Geschichte des Bahnanschlusses von Mora - Alentejo - Südportugal bis zum heutigen Bahntrassenradweg

A estação de Mora...Der Bahnanschluss von Mora wurde 1908 konstruiert. Das Hauptmotiv hierfür war der Transport von landwirtschaftlichen Gürtern der Region nach Evora, wo sie über Barreiro (auf der Südseite des Tejo) nach Lissabon weiter transportiert wurden.

Stationen auf der Stecke nach Mora waren:

Évora
Leões
Loredo
Senhora da Graça 
Arraiolos
Vale de Paio
Pavia
Cabeção
Mora (Ende der Strecke)

Die Linie startete in Évora, und die erste Station war Leões, welche sich am Stadtrand von Évora befindet.

 Hier gab es einen kleinen Zwischenposten für das Rangieren von Waggons, mit dem Ziel Züge zusammenzustellen, die dann in alle Teile des Landes mit Landwirtschaftsgütern gingen. Von hier an war die Distanz zwischen den einzelnen Stationen ungefähr 5 Km.

In den letzten Tagen der Linie war nur noch die Strecke bis Leões aktiv, von wo aus die kommerziellen Züge abgingen. Zum Beginn des Jahres 1990, wurde die Strecke definitiv geschlossen und die Waggons wurden hiervon abgezogen.

Fotografia tirada no leito da antiga linha de Mora; ao fundo o entreposto industrial de Leões.        Mapa_Mora.jpg (72623 Byte)

Ein weitreichendes Projekt... 

In Wirklichkeit war der Anschluss von Mora ein Teil eines wesentlich komplexeren Projektes:

Mit dem Abschluss der Linie zwischen Estremoz und Portalegre im Jahre 1930, plante man die Konstruktion eines Anschlusses der, von der Grenze Coruche (Spanien) kommend, über Avis, Ervedal, Couço nach Mora gehen sollte und dort logischerweise auf den Anschluss nach Evora treffen würde. Im Endeffekt war also eine Verbindung mit der Linie die von Vendas Novas kam geplant.

Noch später sollte in Portalegre ein Zusammenschluss entstehen, von dem aus die Züge nach Elvas weiterfahren könnten, was praktisch die Entstehung einer internationalen Linie zwischen Lissabon(Barreiro) und Madrid zur Folge gehabt hätte ohne dabei die nördliche Hauptlinie benutzen zu müssen.Ausserdem hätte dann der gesamte Baixo Alentejo einen Schienenzugang zur Genze in Elvas gehabt, welche bis vor Kurzem nur über die nördliche Linie möglich war (Evora/Estremoz/Portalegre wurde ebenfalls deaktiviert).

Die Züge, die aus der Zone von Beja kamen, hätten ebenfall den Anschluss von Montemor benutzen können, wenn eine Verbindung in der Station Torre da Gadanha geschaffen worden wäre, welche dann bis nach Paiva verlängert worden wäre.

Estação de Leões, Março de 2000.

Schlussfolgerungen:

Der Anschluss von Mora an das Hauptnetz in Portalegre wurde wie so viele andere Eisenbahnprojekte niemals realisiert. Er hätte den Alentejo mit einem effizienten Schienennetz ausstatten sollen, welches dem Gebiet mehr Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Fortschritt gebracht hätte.

Doch man weiss, dass nicht hiervon stattfand, weil der Staat seine Investitionen auf den Strassenbau umgelenkt hat und alle Kraft in den Bereich der Strassen investierte (eine der Zielsetzungen des Estado Novo des Diktators Salazar), eine Politik mit schlechten Erbebnissen, wie man heute gut weiss. Die heute Investitionspolitik im Bereich Schiene wird in Portugal ausschliesslich im Bereich der ICE Schnellverbindungen und in der Förderung einzelner industrieller Zonen eingesetzt. Personenverkehr und landwirtschaftlicher Transport waren und bleiben ein Stiefkind der Verkehrspolitk, was sie über keine ausreichende Lobby verfügen.

Eröffnung eines Bahntrassenradweges:

Seit einigen Jahre freuen sich die Radfahrer Portugals über eine neue Bahntrasse, die zum Fahrradweg umgebaut wurde. Die gesamte Strecke von Evora bis Mora kann nun mit dem Fahrrad befahren werden und am Wege stehen oft noch die ehemaligen Bahnhofsgebäude, die allerdings immer mehr verfallen.